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Köniz schaut hin: Ergebnisse der Jugendbefragung

28.11.2017 - Die Gemeinde Köniz ist eine von drei Schweizer Modellgemeinden, die sich am mehrjährigen Präventionsprogramm "Communities That Care" (CTC) beteiligt. Hierzu wurden Oberstufenschülerinnen und –schüler mit einem detaillierten Onlinefragebogen zu ihrem Alltag befragt. Nun sind die Resultate der Umfrage erschienen.

Das Programm CTC hilft Gemeinden, ihren Präventionsbedarf zu identifizieren und anschliessend entsprechende Interventionen umzusetzen. Damit soll Jugendlichen ein gesundes und sicheres Umfeld geboten werden, in dem sie sich optimal entwickeln können. Mit einer repräsentativen, wissenschaftlichen Befragung wurden letztes Jahr Schülerinnen und Schülern der siebten bis neunten Klasse zu ihren Ansichten und ihrem Verhalten befragt. In Köniz konnten 775 Fragebogen ausgewertet werden, was einer Quote von 85 Prozent entspricht.

Ergebnisse der Jugendbefragung in Köniz
Die Präventionsarbeit der Gemeinde Köniz, zu der beispielsweise auch die Alkoholtestkäufe gehören, wirkt. Im Vergleich mit den Modellgemeinden, aber auch schweizweit liegen die Werte der Könizer Jugendlichen im Bereich des Suchtmittelkonsums, insbesondere bei Alkohol und Cannabis, erfreulich tief. Dies ist für eine eher städtische Gemeinde wie Köniz durchaus positiv. Bei vielen Problemverhalten und Risikofaktoren liegt die Könizer Jugend im oder sogar leicht unter dem Durchschnitt der Modellgemeinden, auch im Vergleich mit CTC Ergebnissen aus Deutschland und anderen vergleichbaren multinationalen Studien.

Das soziale Umfeld, das Elternhaus und die eigenen sozialen Kompetenzen sind für die Jugendlichen zentral. Diese können als Schutzfaktor, aber auch als Risikofaktor zum Zuge kommen und Problemverhalten vermindern oder begünstigen. So zum Beispiel bei antisozialem Verhalten wie Schule schwänzen, Schlägereien etc. Der Risikofaktor in diesem Bereich sei bei den Könizer Jugendlichen leicht erhöht, was grösstenteils auf das Umfeld zurückzuführen sei, das einem solchen Verhalten gleichgültig gegenüber stehe. Im Bereich der psychischen Gesundheit geben die in etwa gleich hohen Werte in den befragten Gemeinden Anlass zur Sorge. So weisen in der Gemeinde Köniz 56 Prozent der Mädchen und 39 Prozent der Jungen Risikofaktoren im Bereich Depression und Selbstwertprobleme auf.

Präventionsstrategie und Schlussfolgerungen
Die psychische Gesundheit der Jugendlichen wird demnach ein Schwerpunkt der geplanten Präventionsbemühungen im Rahmen des Projekts "Köniz schaut hin" bilden. Dafür wird es unerlässlich sein, die Eltern mit einzubeziehen. Die Befragung zeigt einen engen Zusammenhang zwischen den Risikofaktoren in der Familie und der psychischen Gesundheit der Jugendlichen. Weiter zeigen die Befragungsergebnisse klar, dass eine geschlechterorientierte sowie schulhausorientierte Prävention notwendig ist.

Aus den Ergebnissen der Umfrage wird nun eine Strategie formuliert, welche Risiken reduziert und den Schutz vor Jugendproblemen erhöht. Dazu werden geeignete erfolgreiche Präventionsprogramme gewählt. Die dafür verantwortliche interdisziplinäre Steuergruppe in Köniz besteht aus Vertretungen der Bildung, Sozialabteilung und Prävention.

Die Resultate der Jugendbefragung > Downloads

Köniz schaut hin
Das Projekt "Köniz schaut hin" wurde lanciert, um Gewalt, sexuelle Übergriffe, Diskriminierung und schädigenden Suchtmittelkonsum im Umfeld von Kindern und Jugendlichen in der Schule und Freizeit gezielt zu reduzieren. Dies wird erreicht durch frühes Hinschauen und vernetztes Handeln auf allen Ebenen. Aktuell läuft die Präventionskampagne "Köniz schaut hin – keine sexuellen Übergriffe". Im Fokus stehen Vereine und Institutionen, welche mit Kindern und Jugendlichen arbeiten, wie z.B. Sportvereine, Kitas und Spielgruppen. Köniz schaut hin

Was ist Communities That Care (CTC)?
Communities That Care (frei übersetzt: Gemeinden, die sich kümmern) ist eine ursprünglich in den USA entwickelte Strategie für Gemeinden und Städte, um Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen wie Gewalt, Delinquenz, Alkohol- und Drogenmissbrauch, Schulabbruch und Depressionen und Ängste zu vermeiden oder zu reduzieren. CTC setzt auf evidenzbasierte Methoden und wurde in Europa erstmals in den Niederlanden, später in Deutschland und nun zum ersten Mal in der Schweiz umgesetzt. Die Gemeinde Köniz beteiligt sich als Modellgemeinde zusammen mit den Gemeinden Bischofszell und Meilen.

Auskunftspersonen
  • Gemeinderat: Thomas Brönnimann, Vorsteher Bildung und Soziales, T 031 970 93 50 / T 079 752 53 23
  • Verwaltung: Lukas Meili, Beauftragter für Prävention, T 031 970 95 14
  • Radix: Christian Jordi, CTC-Programmleiter, T 044 360 41 09