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04 | Industriezone Moos | Detail

Warum es die Industriezone Moos nie gab

Wer heute vom Weiler «Bindehuus» Richtung Süden blickt, kann sich nicht vorstellen, dass in der Mulde zwischen Bahnlinie und Mengestorfberg beinahe eine Industriezone in der Grössenordnung von rund 35 Fussballfeldern entstanden wäre. Die Idee dieser Industriezone Moos tauchte im Könizer Zonenplan von 1970 auf. Ohnehin hatte die Gemeinde damals für die Zeit bis zum Jahr 2000 ehrgeizige Pläne: Sie schied im Zonenplan Wohngebiete für 100 000 Einwohner aus, Landwirtschaftsflächen sollten Industrie-, Gewerbe- und Zentrumszonen weichen. Das Wangental zum Beispiel wurde vollständig – also von Waldrand zu Waldrand und von Bümpliz bis Thörishaus – eingezont. In Schliern / Schwanden wurden Bauzonen für eine neue Satellitenstadt gesichert.

Die Erdölkrise 1973 löst ein Umdenken aus

Mit der Erdölkrise 1973 wurden sämtliche Wachstumsprognosen über Bord geworfen. Die Gemeinde begann, Baugebiete zu etappieren oder schrittweise auszuzonen. Dank gütiger «Mithilfe» der Milchkontingentierung und der Einsicht einiger Landwirte geschah dies zunächst auf freiwilliger Basis, mit der Zeit aber auf gerichtlichem Weg. Aufgrund des Raumplanungsgesetzes 1979 und eines für Gemeinden vorteilhaften Bundesgerichtsurteils musste die Gemeinde Köniz für sämtliche Auszonungen keinen einzigen Rappen bezahlen.

Rechtsverbindliche Bauzonen (gesamt) Stand 1970                   1030 Hektaren
Kontinuierliche Auszonungen von 1973 bis 1993                         252 Hektaren
Auszonungen im Rahmen der Ortsplanungsrevision 1994              98 Hektaren
Total Auszonungen 1973 bis 1994                                          350 Hektaren
Rechtsverbindliche Bauzonen (gesamt) Stand 1994                    680 Hektaren
                                                                                          alle Zahlen gerundet          

Auch im Gebiet Moos / Schwanden wurden etwa 50 Hektare Industrie- und Wohnzone ausgezont. Sie dienen bis heute in fast unverändertem Ausmass der Landwirtschaft.

Mehrwertabgabe in Köniz bereits eingeführt

Heute weist die Gemeinde Köniz knapp 40 000 Einwohner auf und hat für weitere ca. 2500 Bewohner sowie für 1600 neue Arbeitsplätze Reserven (entspricht ca. 33ha) innerhalb der bestehenden Bauzone. 2009 wurde die Mehrwertabgabe eingeführt: Wer aus Um- oder Aufzonungen Mehrwerte erhält, gibt einen Prozentsatz davon an die öffentliche Hand ab. Bei Auszonungen werden im Gegenzug allfällige Minderwerte an die Grundeigentümer entrichtet.

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