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05 | Landschaftspreis 1994 | Detail

Ein Preis für den Könizer Landschaftsschutz

1994 erhielt Köniz vom Schweizerischen Bund für Naturschutz (SBN) den Preis «Naturschutz in der Gemeinde». Damit würdigte der SBN die (Zitat) «vorbildliche, politisch breit abgestützte Ortsplanung und deren Umsetzung. Tatsächlich ist es den Behörden gelungen, dass alle wichtigen politischen Kräfte die Revision der Ortsplanung 1994 mitgetragen haben. Der beträchtliche Aufwand für die Mitwirkung hat sich gelohnt: Mit überwältigendem Mehr stimmten Gemeindeparlament und Volk der Ortsplanung zu.»

Beiträge der Gemeinde an Landwirte

In der Ortsplanungsrevision von 1987 bis 1993 wurden nicht nur die überdimensionierten Bauzonen um rund einen Drittel verkleinert, sondern es wurde gleichzeitig ein umfassender Schutzplan erlassen. Darin wurden schöne Landschaften, Erholungsgebiete, Ortsbilder und Naturobjekte bezeichnet – beispielsweise Hecken, Eichenhaine oder Magerwiesen. Bis heute werden die Eigentümer von Naturobjekten, meist Landwirte, für ihre Ertragseinbussen oder den Pflegeaufwand von der Gemeinde entschädigt. Die Gemeinde wendet jährlich 135 000 Franken für den Natur- und Landschaftsschutz auf. Was heute für viele Gemeinden üblich ist, war Anfang der 1990er-Jahre eine Pioniertat.

Gewässer aus der Röhre holen

Köniz setzt sich des Weiteren zum Ziel, so viele Bäche wie möglich auszudolen und wieder naturnah zu gestalten. Mit dem Dorfbach und dem Gaselbach wurde 1993 der Anfang gemacht. Der Herzwilbach war zwar bereits offen, er steht aber samt seinen Hecken, dem Baumbestand und den seitlichen Pflegebereichen stellvertretend für den gesamten Bestand an renaturierten Bachläufen, Hecken, Einzelbäumen, Obstgärten, Waldrändern usw. in der Gesamtgemeinde.

Was 2011 geschützt und gepflegt wurde

2011 wurden schätzungsweise 2500 Naturobjekte geschützt: Einzelbäume, Hecken und Feldgehölze, Obstgärten, Feucht-, Trocken- und Sonderstandorte sowie Waldränder. Von den 92 Kilometern Fliessgewässer in der Gemeinde sind 66 Kilometer offen fliessend. Davon entfallen nur 7.5 km auf Aare, Sense und Schwarzwasser, den Grossteil machen also die kleinen Gewässer aus. Mit 120 von insgesamt 150 aktiven Bewirtschaftern bestehen Verträge betreffend Entschädigungen für Ertragseinbussen und Pflege. Zwei Landwirte sind nebenamtlich als Feldkontrolleure für die Gemeinde im Einsatz.

Zukünftige Entwicklung

Vor kurzem sind die Rahmenbedingungen in Bezug auf den Landschaftsschutz angepasst worden. Anstelle des «Giesskannenprinzips» sollen in Zukunft mit speziellen Förderprogrammen vermehrt Schwerpunkte gesetzt werden.

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