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Könizer Filmwochenschau (1958 bis 1961)

Alte Könizer Filmwochenschau lebt für einen Abend neu auf

Die Schweizer Filmwochenschau zählt zu den wichtigsten audiovisuellen Beständen der Schweiz. Zwischen 1940 und 1975 wurde sie wöchentlich in allen Kinosälen des Landes als Vorprogramm gezeigt. Dass auch Köniz drei Jahre lang seine ur-eigene Wochenschau besass ist kaum bekannt. Am 1. November 2017 werden Teile davon im Rahmen der beliebten «Fünfliber Anlässe» in einer öffentlichen Veranstaltung im Gemeindehaus Köniz gezeigt.

An der Könizstasse 265 (heute Firma Wirz, ehemals Ferstel) befand sich von 1951 bis Mai 1968 das Kino Elite. Am 1. Mai 1953 übernahm Ernst Maurhofer zusammen mit seiner Frau Elsbeth das Kino. Er selber war im Kino seiner Eltern aufgewachsen und der Film wurde zu seiner grossen Leidenschaft. Mit nur zwei Angestellten – einem Operateur und einem Placeur – fand jeden Abend um 20 Uhr und am Sonntag um 14 Uhr eine Vorführung statt. Verabschiedet wurde die Kundschaft aus dem mit viel Herzblut eingerichteten Foyer noch mit Handschlag.

Bilder vom Kino Elite

   
  

Könizer Filmwochenschau

Der grosse Traum des gelernten Elektrotechnikers war jedoch, selber Hand an die Kamera anzulegen. So entwarf er das Format der «Könizer Filmwochenschau». Mit seiner 16mm Kamera und einem portablen Tonaufnahmegerät ging er auf die Suche nach geeigneten Sujets. Besonders interessierten ihn Themen des öffentlichen Lebens. Politik und Vereinsleben nahmen im damaligen Könizer Alltag einen grossen Platz ein. Die Rubrik „Verschiedenes“ bediente er mit humorvollen, ästhetisch bestechenden oder gar tragischen Beiträgen ebenfalls. Geschickt deckte er mit seinen Kurzfilmen die ganze Gemeinde ab: untere und obere Gemeinde sowie das Wangental kommen zum Zug. Wer möchte das eigene Dorf oder gar sich selbst nicht im Kino anschauen gehen? Die Wochenschau war daher auch eine gekonnte Werbeaktion, die Besucher aus der ganzen Gemeinde an das «Kino Elite» band.

Knapp drei Jahre nach der Entstehung der Wochenschauen gab Ernst Maurhofer sein Hobby schweren Herzens wieder auf. Zu gross war der Zeitaufwand für die Bearbeitung und Vertonung seiner Beiträge zum lokalen Geschehen.

Käthi Siegenthaler, die Tochter von Ernst Maurhofer, hat die Filme der «Ortsgeschichtlichen Sammlung» (OGS) und dem «Lichtspiel Bern Kinemathek Bern» als Schenkung übergeben und bleiben so als einmalige und qualitätsvolle Zeitzeugen für weitere Generationen erhalten.

Vorführung und Austausch

An der öffentlichen Veranstaltung werden zwei Wochenschauen sowie ergänzendes Film-Material aus der OGS gezeigt. Zwischen den verschiedenen Sequenzen wird das Publikum dazu eingeladen, Erinnerung, Ergänzungen und Informationen zum Gesehenen zu teilen und auszutauschen. Moderiert wird die Veranstaltung von Brigitte Paulowitz (Lichtspiel) und Sibylle Walther (OGS)

Kleine Kostprobe
Weitere Informationen:

> Medienmitteilung vom 9. Oktober 2017 
> Artikel Könizer Zeitung Oktober 2017 [pdf, 795.88 KB]
> Artikel Berner Zeitung vom 27.10.2017 [pdf, 583.93 KB]

Das Programm:

Öffentliche Veranstaltung:
Gemeindehaus Köniz, Lichthof
Mittwoch, 1. November 2017
1. Vorstellung: 18.00 Uhr, Türöffnung 17.30 Uhr Ausverkauft!
Zusatzvorführung: 20:00 Uhr, Türöffnung 19.30 Uhr. Hat noch freie Plätze

Eintritt Fr. 5.- | Platzzahl beschränkt
Vorverkauf ab 9.10.2017 | Loge Gemeindehaus
Reservation 031 970 91 11 | infoNULL@koeniz.ch