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01 | Köniz-Zentrum | Detail

Vom Salzlager zum modernen Zentrum

Das Zentrum von Köniz wurde jahrzehntelang vernachlässigt. Die Burgergemeinde Bern und die Gemeinde Köniz waren Eigentümerinnen dieses zentralen Areals, für welches Projektideen bestanden. Als Zwischennutzung wurde dort der Werkhof eingerichtet – dieser blieb dann allerdings mehr als 20 Jahre an diesem Standort. Ein Angestellter erinnert sich: «Als ich im Alter von 40 Jahren angestellt wurde, hiess es, wir würden demnächst in einen neuen Werkhof zügeln. Bei meiner Pensionierung waren wir aber immer noch dort.»

Überdimensionierte Verkehrslösungen der 1960 / 1970er Jahre

Ab den 1960er-Jahren drohte das Zentrum Köniz im Verkehr richtiggehend zu ersticken. Immer wieder wurden neue, überdimensionierte Lösungen entwickelt. Beispielsweise:

  • 1963: Es wurde ein «Tangentenviereck» geplant mit der Route Sägestrasse – Dreispitz – Schlossstrasse – Muhlernstrasse und von dort ein Viadukt (!) zur Landorfstrasse.
  • 1976: Fussgängerzone auf der Schwarzenburgstrasse, kombiniert mit einer neuen «Umfahrung» via Stationsstrasse.
  • 1976: Unterführung im Bereich des heutigen Einkaufszentrums mit Wendeschlaufen, welche den gesamten Bereich zwischen Landorfstrasse und Sonnenweg beansprucht hätte.

Suche nach dem Standort und der Grösse des Zentrums – und der Durchbruch

Zu Beginn der 90er-Jahre fanden kontroverse Zentrumsdiskussionen statt:

  • Die Migros wollte ihren Laden auf der anderen Seite der Bahngeleise ausbauen.
  • Ist ein Zentrum vom Schloss bis zum Dreispitz und beidseits der Bahngeleise für die Ortsentwicklung sinnvoll und wirtschaftlich tragbar?
  • Ausserdem gab es Pläne für ein Einkaufszentrum beim Autobahnanschluss Niederwangen – vermutlich der „Genickschlag“ für ein neues Zentrum in Köniz.

In dieser Phase brachte eine ultimative Forderung der Burgergemeinde Bern den Durchbruch: Sie hatte in den 60er-Jahren der Gemeinde Köniz Land für ein neues Verwaltungszentrum verkauft – mit Auflagen, welche nun, nach etwa 25 Jahren hinfällig geworden wären und zu grossen finanziellen Einbussen ihrerseits geführt hätten. Sie forderte unmissverständlich greifbare Entscheide.

Koexistenzlösung im Verkehr

Ebenfalls in den 90er-Jahren beabsichtigte der Kanton aufgrund der Erfolge bei der Sanierung der Seftigenstrasse in Wabern einen ortsverträglichen Umbau des Könizer Zentrums. Leitmotiv war die «Koexistenz», d.h. die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmenden. Dieses später als «Berner Modell» bezeichnete Vorzeigeprojekt ist heute national und international anerkannt.

Qualitätssicherung mit Wettbewerben

So wurden zu Beginn der 90er-Jahre das Projekt einer neuen Zentrumslösung und das Projekt einer neuen Verkehrslösung koordiniert angegangen: Der erste Wettbewerb betraf die neuen Lösungen der Strassenraum-Gestaltung und des Verkehrsregimes (Koexistenz) und das Beibehalten der Bahn-Niveauübergänge.

Der zweite Wettbewerb hatte zum Ziel, das Ortszentrum im „Bläuacker“ gestalterisch aufzuwerten, Einkaufsläden anzusiedeln und die Gemeindeverwaltung zu zentralisieren. Das Siegerprojekt sah u.a. einen neuen Fussgängerplatz mit angrenzender öffentlicher und privater Nutzung vor. Bis 2005 wurden diese Pläne kontinuierlich umgesetzt. Als Randbedingung hatte die Gemeinde bestimmt, dass sowohl das Scherzhaus (gebaut in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts) als auch die alte Gemeindeverwaltung (Baujahr 1899) bestehen bleiben müssen. Letztere wurde durch das Siegerteam Morscher & Bolliger, Bern durch einen modernen Glasbau ergänzt (s. Logo «Wakkerpreis 2012»). 

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