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16 | Vidmar-Areal | Detail

Ein Kulturzentrum entsteht

Die Familie Wiedemar stellte ab 1862 Kassenschränke und Registraturanlagen her. Ab 1932 tauchte dann die Marke Vidmar auf. Im Liebefeld entstand 1903 das erste Fabrikgebäude, welches im Verlauf des 20. Jahrhunderts schrittweise zu einem der grössten Industrieareale im Raum Bern erweitert wurde. Das Wachstum schlug sich in zahlreichen Bauphasen nieder – zunächst wurde in Sichtbackstein gebaut, ab den 1940er-Jahren entstanden moderne Sichtbetonbauten von hoher Qualität durch den Architekten Fritz Sütterlin. Das Unternehmen Vidmar wurde 1989 verkauft, die Produktion geschlossen. Die frei werdenden Räume wurden zunächst provisorisch an verschiedenste Nutzer vermietet. Diese passten die Räume mit individuellen baulichen Eingriffen ihren Bedürfnisse an, wobei die industrielle Gebäudestruktur weitgehend erhalten blieb.

Zwischennutzung wird zum Definitivum

Nachdem vorerst Überlegungen zu Totalabbruch und Neubau im Vordergrund standen, reifte bei den neuen Eigentümern die Überzeugung, die spontane und attraktive Atmosphäre der stark durchmischten Nutzerschaft zu erhalten respektive mittels baulicher Massnahmen zu festigen. Als Sieger des Studienauftrags von 2000 gingen der Architekt Claude Rykart und der Architekturhistoriker Christoph Schläppi  hervor. Sie sicherten die Qualität der hervorragenden Sichtbetonbauten, beschränkten architektonische Eingriffe auf die Gebäudehülle und die für die Identität wesentlichen Elemente – z.B. mit neuem Isolierglas auf alten Vidmar-Stahlprofilen – und auf zeitgemässe Infrastruktur. Hinter der neuen Frontpartie bildet der Vidmarplatz den Empfang mit dem Beizli, die Vidmarallee bildet das Rückgrat bis zur Weinhandlung und dem Stadttheater. Rot gestrichene Vertikalerschliessungen erleichtern die Orientierung im verschachtelten Gebäude.

Heute präsentiert sich das Vidmar-Areal als gelungene Umnutzung eines ehemaligen Industriekomplexes, mit bunt zusammengewürfelter Nutzerschaft aus allen Sektoren – seit 2006 auch mit der 300-plätzigen zweiten Spielstätte des Stadttheaters Bern. 

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