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Ein Biotop braucht Pflege

Familien im Liebefeld Park Der Weiher ist als Rückhaltebecken für Hochwassersituationen des Sulgenbachs konzipiert. Mit seinen reich bewachsenen Ufern ist er nicht nur als Laichgewässer für Amphibien von Bedeutung, sondern bietet auch Lebensgrundlage für eine reiche Fauna und Flora. Der Hochwasserschutzdamm mit seiner Magerwiese ist für viele wärmeliebende Insekten und andere Wirbellose ein wertvoller Lebensraum.

Sowohl der Weiher als auch der Damm müssen aber gepflegt werden, wenn ihre Naturwerte erhalten bleiben sollen. Viele Kindergarten- und Schulklassen, viele Erwachsene und Kinder erleben hier wertvolle Kontakte mit der Natur. Aus diesem Grund kümmert sich der Verein Naturlehrgebiet Köniztal um das Gebiet.

Effiziente Pflegemassnahmen bedeuten aber den Einsatz von viel Zeit, oft auch von schwerem Gerät. Mit Freiwilligenarbeit ist dies nicht mehr realisierbar. Eine Einsatztruppe der Gemeinde übernimmt die notwendigen Arbeiten nach Rücksprache mit Fachpersonen. Auch der Unterhalt der Brücken entlang des Baches wird von der Gemeinde übernommen.

Die Trockenwiese am Damm wird mit einem Balkenmäher gemäht, wobei mit einem späten Mahdtermin auf die Entwicklung der Insekten (besonders der Schmetterlinge) Rücksicht genommen werden muss.

Periodisch muss einer Verlandung des Weihers entgegengewirkt werden, damit sein Wert für die Amphibien und Wasserinsekten (z.B. die vielen Libellen) erhalten werden kann. Die Pflegemassnahmen im Uferbereich erfolgen nach Absprache mit der kantonalen Fachstelle (Amt für Naturförderung) und werden abschnittweise durchgeführt.

In beiden Bereichen kommt ein Problem erschwerend hinzu: fremde Pflanzen (sog. Neophyten), die sich invasiv vermehren und die einheimische Flora verdrängen. Es sind Pflanzen, die sich durch den Wind verbreiten und in der weiteren Umgebung schon vorhanden sind; dazu gehören das Einjährige Berufkraut und die Goldrute am Damm. Gegen das Berufkraut sind wir mehr oder weniger machtlos, effiziente Bekämpfungsmassnahmen sind bisher nicht bekannt. Wir versuchten es während mehreren Jahren mechanisch, mit Ausreissen von Hand – das Problem bekam man so aber nicht in den Griff. Bei Goldruten nützt eine mechanische Bekämpfung von Hand, wenn die Bestände noch nicht zu gross sind. Leider werden auch immer wieder fremde Pflanzen gezielt eingebracht, als „Bereicherung“ der Trockenwiese: Riesenbärenklau, Nachtkerzen, Bauernnelken, Malven etc.. Sie alle gehören nicht hierher und müssen entfernt werden.

Ein ähnliches Problem zeigt sich im Uferbereich und Weiher: neben den einheimischen, weissen Seerosen sind rosa Hybriden eingebracht worden, die kräftig wuchern. Am Ufer ist neuerdings das Breitblättrige Pfeilkraut (aus Nordamerika) vorhanden, das sich stark ausbreitet. Ob man diese beiden Arten eliminieren kann, ist noch nicht sicher, denn es müssten alle Wurzeln entfernt werden.

Einheimisch ist dagegen der Fieberklee, der in weiten Uferbereichen einen viele Meter breiten Schwimmteppich bildet. Um freie Uferpartien für die Fauna, aber auch für Naturinteressierte verfügbar zu haben, muss auch hier von Zeit zu Zeit und abschnittweise eingegriffen werden.

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