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Rückblick Spurenexkursion

Spuren, Spuren... eine tierische Spurensuche im winterlichen Wald

Im Jagdbannbezirk des Gurtenwaldes fanden am 2. Februar 2011 die zwei ersten Biodiversitätsexkursionen der Gemeinde Köniz statt. Das Thema waren die Spuren der Wildtiere im Wald.

Wer mit wachen Augen durch den Wald bei der Mittelstation der Gurtenbahn wandert, findet wie die Teilnehmer der Exkursion, bald einmal Spuren von Wildtieren. Das am Gurten recht häufige Reh hinterlässt Frassspuren an Brombeeren, kleine, runde Kotbällchen und ovale, etwa einen Meter lange laubfreie Stellen am Boden, wo es die Nacht verbracht hat. Der schlaue Fuchs markiert sein Territorium mit Kot an einem gut sichtbaren Ort, z.B. auf einem Baumstrunk. Auch der allesfressende Dachs hinterlässt Zeichen seiner Anwesenheit: trichterförmige Löcher zeugen von seiner Suche nach Wurzeln und Insekten im Erdreich. Kleine Nagetiere und Mäuse hingegen ernähren sich gerne von Nüssen. Je nach Beschaffenheit des Lochs in der Nuss kann der Profi erkennen, wer sich daran gütlich getan hat. Abgenagte Tannzapfen und am Boden verstreute Tannenspitzen lassen auf die Anwesenheit von Eichhörnchen schliessen, etwas zerfledderte Tannenzapfen hingegen deuten darauf hin, dass der Fichtenkreuzschnabel auf Nahrungssuche war. Er ist einer der wenigen heimischen Brutvögel, die im Winter brüten, weil seine Hauptnahrung, die Samen der Tannenzapfen, jetzt reif ist. Auch der Mäuse jagende Waldkauz hinterlässt eindeutige Spuren. Da er seine Beute ganz verschlingt, aber Knochen und Fell nicht verdauen kann, spuckt er diese in Form von sogenannten Gewöllen wieder aus.

Besonders spannend war die Entdeckung von länglichen, umgepflügten Spuren im Wald. Laut der Exkursionleiterin Marlis Labudde von der Waldarena Gantrisch könnten dies Spuren eines Wildschweins sein. Der lokale Wildhüter hat zwar selber noch keinen eindeutigen Beweis für die Anwesenheit von Wildschweinen im Gurtenwald gefunden, hält es aber durchaus für möglich, dass einzelne Tiere vom Bremgartenwald her einwandern.

Frau Labudde hat es verstanden, mit einem guten Mix aus sachlichen Informationen, praktischem Anschauungsmaterial und einer guten Portion Erlebnispädagogik sowohl Erwachsene als auch Kinder anzusprechen. Die mentale Verwandlung der Teilnehmer in ein Rudel Rehe, das blinde Ertasten von echten Tierspuren wie Rehgeweih, Knochen und zerlegte Tannenzapfen, sowie das Streicheln von präparierten Fellen liessen die Theorie zur Wirklichkeit werden. Wer hätte schon gewusst, dass die Haare von Rehen fast ausschliesslich weiss sind? Nur ein kleines braunes Zünglein an der Spitze verleiht dem Reh seine braune Tarnfarbe.

Am Morgen nahmen 17 Erwachsene und 6 Kinder an der Exkursion teil, am Nachmittag weitere 15 Erwachsene und 5 Kinder. Das grosse Interesse an dem Angebot freut die Gemeinde Köniz sehr.

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