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Energiestadt Gold

Köniz ist Energiestadt Gold

Im Herbst 2024 wurde Köniz zum vierten Mal als «Energiestadt Gold» ausgezeichnet. Das Label wird Gemeinden verliehen, die überdurchschnittliche Anstrengungen in ihrer Energie- und Klimapolitik unternehmen.

Logo der Energiestadt Gold

Die Auszeichnung zur Energiestadt Gold ist ein Ansporn, auch weiterhin eine ehrgeizige Strategie zu verfolgen. Viele zukunftsweisende Massnahmen und Projekte wurden seit der letztmaligen Auszeichnung umgesetzt, weitere sind in Planung. Dies ist die Voraussetzung, um die gesetzten Netto-Null-Ziele von 2045 (Gemeindegebiet) respektive 2035 (Verwaltung) zu erreichen.

Meilensteine auf dem Weg zur Energiestadt Gold

Entwicklungsplanung und Raumordnung

Mit der Klima- und Energiestrategie sowie dem Klimaschutzreglement verfügt die Gemeinde über eine strategische Grundlage und einen verbindlichen Pfad für die Reduktion ihrer Treibhausgasemissionen. Mit Netto-Null bis 2045 für das Gemeindegebiet respektive 2035 für die Gemeindeverwaltung liegen konkrete und ambitionierte Ziele vor.

Die nachhaltige Nutzung der Ressourcen und die aktive Bodenpolitik sind im Leitbild und in der Gemeindeordnung der Gemeinde Köniz fest verankert.

In Zonen mit Planungspflicht, Überbauungsordnungen und bei der Abgabe im Baurecht werden deshalb erhöhte Anforderungen an die Energienutzung formuliert. So entsteht z. B. im Ried ein Plus-Energie-Quartier, dessen Gebäude über das Jahr gesehen mehr Energie produzieren als sie verbrauchen.

Mit der «Wärmeversorgungsplanung» wird der Fokus auf die Planung von thermischen Netzen im dichten Siedlungsgebiet gelegt. Damit sollen die CO2-Emissionen bei den Bestandes- und Neubauten deutlich gesenkt werden.

Kommunale Gebäude und Anlagen

Für gemeindeeigene Gebäude gilt der MINERGIE-P-Standard bei Neubauten und MINERGIE bei Sanierungen. Auf gemeindeeigenen Dächern werden bei Neubauten und Sanierungen Photovoltaik-Anlagen installiert. Die Schulraumerweiterung Morillon zeigt beispielhaft, wie ressourcenschonend, CO2-neutral und biodiversitätsfreundlich gebaut werden kann.

Die Solarstromproduktion auf den kommunalen Gebäuden und Anlagen stieg zwischen 2019 und 2024 um rund 50 Prozent. Der zugekaufte Strom stammt vollständig aus erneuerbaren Quellen.

Bei der öffentlichen Beleuchtung werden herkömmliche Lampen laufend mit LED- und Dimmungstechnologie ersetzt, um die Energieeffizienz zu maximieren. So konnte der Strombedarf trotz der ständigen Erweiterung des Strassen- und Wegnetzes leicht gesenkt werden.

Ver- und Entsorgung

In der Gemeinde Köniz existieren bereits diverse kleine und grössere Wämeverbünde. Mit dem Wärmeverbund Bern-Wabern sowie der Erweiterung des Fernwärmenetzes nach Niederwangen werden in den kommenden Jahren zwei der grössten Ortsteile mit dezentraler erneuerbarer Wärme erschlossen. Viele weitere Projekte sind im Bau oder in Planung, etwa in Niederscherli, Köniz-Buchsee oder Schliern. All diese Projekte sind in der Wärmeversorgungskarte online ersichtlich, ebenso wie die weiteren vor Ort nutzbaren erneuerbaren Energieträger für jede Liegenschaft.

Mit der Abfallstrategie 2024–2033 unterstützt die Gemeinde den Tranformationsprozess von einer linearen Abfallwirtschaft hin zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft. Sie beteiligt sich an Initiativen zur Abfallvermeidung wie dem «Reparaturführer» und informiert die Bevölkerung zum Thema.

Die Deponie im Gummersloch betreibt seit 2017 eine Entmethanisierungsanlage, welche Methan in weniger umweltschädliches Kohlendioxid umwandelt. Im Jahr 2018 konnten rund 800 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Dies entspricht etwa dem jährlichen CO2-Ausstoss von 125 Personen in der Schweiz.

Abfallstrategie der Gemeinde Köniz 2024-2033 [pdf, 429 KB]

Mobilität

Um den Fuss- und Veloverkehr zu fördern, wurde das Programm «Fuss Velo Köniz» ins Leben gerufen, das infrastrukturelle und kommunikative Massnahmen umfasst. Das erfolgreiche Projekt mit nationaler Ausstrahlung wurde bis 2029 verlängert.

Das Veloverleihsystem PubliBike erweitert das Mobilitätsangebot in der Gemeinde. Das Netz der Ausleihstationen wird per 2026 von bisher 17 Standorten auf 33 Standorte erweitert.

Für die gemeindeeigene Fahrzeugflotte wurde eine «Roadmap Dekarbonisierung» erstellt, die aufzeigt, wie das Netto-Null-Ziel 2035 im Fahrzeugbereich erreicht werden kann. Sofern in Serienproduktion verfügbar, werden konsequent Elektrofahrzeuge beschafft. Auf gemeindeeigenen, öffentlichen Langzeitparkplätzen wurden zwei Ladestationen für Elektrofahrzeuge installiert (Brühlplatz und Neuhausplatz).

Seit dem letzten Re-Audit wurden zehn neue Begegnungszonen realisiert. Im öffentlichen Verkehr wurden diverse Verbesserungen erzielt, beispielsweise hindernisfreie Umgestaltungen von Haltestellen, mehr ÖV-Haltepunkte oder die Tramverlängerung nach Kleinwabern. 

Interne Organisation

Mit der Verabschiedung des Klimaschutzreglements verfügt die Gemeinde über eine Spezialfinanzierung Klimaschutz zur Unterstützung von Massnahmen zur Emissionsreduktion. Im März 2024 beschloss der Gemeinderat ein Klima-Massnahmenpaket, das in breiter Mitwirkung, auch unter Einbezug der Bevölkerung, erarbeitet worden ist.

Die Fachstelle Umwelt und Energie ist für die Erarbeitung und Umsetzung energie- und klimapolitischer Massnahmen verantwortlich. Gemeinsam mit anderen Abteilungen und Direktionen werden diverse Projekte zum Schutz des Klimas geplant und umgesetzt. Für die direktionsübergreifende Koordination und die strategische Steuerung der Massnahmen wurde der Klima- und Energieausschuss geschaffen. Massnahmen im Bereich Klimaanpassung werden durch die Plattform Freiraum koordiniert.

Durch ein massgeschneidertes strategisches und operatives Controlling über die Umsetzung der Energiestrategie kann der Standpunkt der Zielerreichung laufend analysiert und kommuniziert werden.

Kooperation und Kommunikation

Die Könizer Plattform für nachhaltiges Wirtschaften, klimaaktiv.ch, dient der Vernetzung und dem Austausch von Könizer KMU zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Die zwei jährlichen Business-Lunches erfreuen sich stets grosser Beliebtheit.

Zusammen mit den Energiestädten Ostermundigen und Münsigen hat die Gemeinde Köniz die Informations- und Sensibilisierungskampagne «energiewende leben» ins Leben gerufen. Der markante blaue Container mit interaktiver Ausstellung wird durch diverse weitere Gemeinden der Region genutzt.

Die Erarbeitung des Klima-Massnahmenpakets wurde durch eine umfangreiche öffentliche Mitwirkung über die Online-Plattform Impuls Köniz begleitet.

Das Gymnasium Lerbermatt wurde 2022 als erste Schule im Kanton Bern mit dem Label «Energieschule» ausgezeichnet.

Anpassungen an den Klimawandel

Damit man sich in Köniz auch in Zukunft wohl fühlt, müssen Bauten und Freiräume dem Klimawandel angepasst werden. Die Aussenräume werden laufend aufgewertet und die Qualität der Natur und Kulturlandschaften gesichert. Als Instrument für die Planung von Grünräumen dient das Freiraumkonzept.

Zudem ist im Baureglement eine Grünflächenziffer und die Pflicht für begrünte Flachdächer verankert. Zusätzliche Kühleffekte werden durch die Revitalisierung von Fliessgewässern erreicht. 

 

Weitere Informationen

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Fachstelle Umwelt und Energie