ZEV, vZEV und LEG: Gemeinsam von Solarstrom profitieren
Ein Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV) bietet die Möglichkeit, selbst erzeugten Solarstrom mit der Nachbarschaft zu teilen. Dadurch wird der Eigenverbrauchsanteil erhöht, was die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Anlage steigert.
Der Strom wird nicht über das öffentliche Netz, sondern nur über private Leitungen transportiert. Oftmals umfasst ein ZEV also auch nur ein einzelnes Gebäude (Mehrfamilienhaus, Wohnblock). Alle Beteiligten eines ZEV gelten zusammen als ein einziger Endverbraucher und teilen sich einen gemeinsamen Zähler und Anschluss an das öffentliche Stromnetz.
Virtueller ZEV
Ein virtueller ZEV (vZEV) erweitert den klassischen ZEV, indem auch Anschlussleitungen der BKW für das Teilen des eigens produzierten Solarstroms genutzt werden können. Es kann innerhalb eines vZEV also mehrere Zähler geben, deren Verbrauch virtuell addiert wird. Beispiel: Eine Gruppe mehrerer benachbarter Häuser kann den Strom einer einzigen Photovoltaik-Anlage teilen. Die Grenze ist der gemeinsame Verknüpfungspunkt der Liegenschaften (Verteilkasten oder Trafostation).
Neu ab 2026: Lokale Elektrizitätsgemeinschaften
Die lokale Energiegemeinschaft (LEG) geht noch einen Schritt weiter: Ab 2026 bietet sie die Möglichkeit, über den Verteilkasten bzw. die Trafostation hinaus eine noch grössere räumliche Ausdehnung für den Austausch von Strom zu schaffen. Für den Transport des Stroms kann das öffentliche Netz genutzt werden. Die Mitglieder einer LEG müssen in derselben Gemeinde verortet und mit SmartMetern ausgestattet sein.
Die lokale Energiegemeinschaft (LEG) geht noch einen Schritt weiter: Ab dem 1.1.2026 bietet sie die Möglichkeit, über den Verteilkasten bzw. die Trafostation hinaus eine noch grössere räumliche Ausdehnung für den Austausch von Strom zu schaffen. Für den Transport des Stroms kann das öffentliche Netz genutzt werden, dafür gibt es einen Rabatt auf der Netznutzung (20 % bzw. 40 %). Die Mitglieder einer LEG müssen in derselben Gemeinde verortet, auf derselben Netzebene (5 oder 7) angeschlossen und mit SmartMetern ausgestattet sein.
Auf der folgenden Karte [jpg, 115 KB] ist die Ausdehnung der "grossen LEGs" (-20 % Rabatt auf die Netznutzung) zu sehen. Mit wem Sie auch ein "kleines LEG" (-40 % Rabatt) gründen können, finden Sie auf der Website der BKW.
Energieverbund Mittelhäusern
Machbarkeitsstudie [pdf, 1.4 MB]
Weitere Informationen
Informationsplattform rund um lokal produzierten Strom: lokalerstrom.ch
Informationen der BKW zu ZEV, vZEV und LEG
Pilotprojekt Energieverbund Mittelhäusern
Derzeit laufen Abklärungen für einen grösstenteils strombasierten Energieverbund, der den ganzen Ortsteil Mittelhäusern umfasst. Die Vision: im Reallabor aufzuzeigen, wie eine erneuerbare Energieversorgung in der Schweiz im Jahr 2050 aussehen könnte. Mittelhäusern würde zur ersten Ortschaft, die ihren gesamten Energieverbrauch mit erneuerbarer Energie decken kann. Das zentrale Instrument dafür ist die lokale Elektrizitätsgemeinschaft LEG, die ab dem 1.1.2026 die Vermarktung von Solarstrom innerhalb der Gemeindegrenzen zulässt.
Die Gemeinde Köniz gab eine Machbarkeitsstudie [pdf, 1.4 MB] in Auftrag mit dem Ziel, eine konkrete Umsetzung des Energieverbunds zu unterstützen. Die Gemeinde, der Kanton Bern und die beauftragte WANDU AG mit der Partnerin energy unlimited AG beteiligen sich finanziell daran.