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Rechnung 2022 schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 8.9 Millionen

08.05.2023 – Die Rechnung 2022 der Gemeinde Köniz schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 8.9 Mio. CHF. Gründe für das erfreuliche Ergebnis sind höhere Steuereinnahmen und der gegenüber dem Budget 2022 geringere Aufwand. Damit entspannt sich die finanzielle Situation der Gemeinde kurzfristig. Die Herausforderungen bleiben aber beträchtlich und der eingeschlagene Kurs für eine nachhaltige Stabilisierung der Finanzen muss weitergeführt werden.

Gemeinderäte Hansueli Pestalozzi, Christian Burren, Gemeindepräsidentin Tanja Bauer, Gemeinderäte Hans-Peter Kohler, Thomas Brönnimann

Die Jahresrechnung im allgemeinen Haushalt (Steuerhaushalt) der Gemeinde Köniz schliesst 2022 mit einem Überschuss vor Einlagen von 15.8 Mio. CHF. Die obligatorische Einlage in die finanzpolitische Reserve beläuft sich auf 6.9 Mio. CHF. Es verbleibt ein Ertragsüberschuss von 8.9 Mio. CHF. Dank des guten Ergebnisses kann die Gemeinde den Bilanzfehlbetrag in der Höhe von -0.2 Mio. CHF aus der Rechnung 2021 bereits wieder ausgleichen. Der Kanton sieht^eine maximale Frist von 8 Jahren vor, um einen Bilanzfehlbetrag auszugleichen. Köniz hat diesen Ausgleich bereits im ersten Jahr erzielen können. Damit kann die Gemeinde wieder autonom über das Budget entscheiden und muss es nicht mehr dem Kanton vorlegen. Nach Einlage in die finanzpolitische Reserve und nach Ausgleich des Bilanzfehlbetrages aus dem Jahr 2021, resultiert ein Bilanzüberschuss von 8.7 Mio. CHF.

Im Juni 2022 hatten die Stimmberechtigten dem Budget 2022 und der beantragten Steuererhöhung auf 1.58 Steuerzehntel mit 69,7 Prozent zugestimmt. Ohne Steuererhöhung und ohne die Sondereffekte bei den Steuereinnahmen wäre das Resultat der Rechnung 2022 negativ ausgefallen. Die Steuererhöhung war im Budget 2022 bereits berücksichtigt.

Höhere Einnahmen, tiefere Ausgaben

Wie andere Gemeinden und auch der Kanton profitiert die Gemeinde Köniz von einem aussergewöhnlich guten Steuerertrag. Allerdings ist dieser geprägt von Einmal- und Sondereffekten wie finale Veranlagungen von juristischen Personen, einem hohen Volumen und grösseren Einzelfällen bei der Grundstücksteuer und höheren Steuernachzahlungen bei den juristischen und natürlichen Personen.

Die Gemeinde verzeichnete für 2022 einen gegenüber dem Budget geringeren Aufwand im allgemeinen Haushalt (Steuerhaushalt). Unter Budget blieben der Finanzaufwand (2.8 Mio. CHF, budgetiert waren 3.7 Mio. CHF) und der Personalaufwand (49.3 Mio. CHF anstelle der budgetierten 50.1 Mio. CHF). Der Nettotransferaufwand hat sich um rund 2.3 Mio. CHF zum Budget verbessert, hauptsächlich begründet durch geringeren Aufwand für den Lastenausgleich Sozialhilfe (pro Einwohner:in).

Situation bleibt herausfordernd

«Wir dürfen, was die Finanzen angeht, erstmals seit Langem vorsichtig optimistisch sein», sagt Gemeindepräsidentin Tanja Bauer. «Der gute Abschluss zeigt, dass die Gemeinde auf dem richtigen Weg ist. Aber: Die Herausforderungen, die vor uns liegen, sind beträchtlich. Der Gemeinderat wird den eingeschlagenen restriktiven Weg weitergehen, um die Finanzen mittelfristig zu stabilisieren und Investitionen und Dienstleistungen für die Bevölkerung zu gewährleisten.»

Die Unterschreitungen des Budgets haben einen positiven Effekt auf die Rechnung, sie verstecken aber die Problematik in den kommenden Jahren. Insbesondere durch den Fachkräftemangel und den budgetlosen Zustand im ersten Halbjahr 2022 konnten geplante Investitionen nicht oder nur zum Teil getätigt werden. Die Realisierungsquote der Investitionen war tief, bei weiterhin hohem Investitionsbedarf. Dies führt erfreulicherweise zu einer stabilen Verschuldung und zu einem guten Selbstfinanzierungsgrad. Dahinter verbirgt sich aber ein Aufschub von Investitionen, die nun auf die Gemeinde zukommen. Die finanzielle Situation bleibt herausfordernd.

Rechnung 2022 | Kennzahlen [pdf, 22 KB]
Präsentation Medienkonferenz  | 8. Mai 2023 [pdf, 1.1 MB]

Auskunftsperson

Tanja Bauer, Gemeindepräsidentin, 079 203 27 20