Mehr Lebensqualität dank kühlem Strassenbelag
Die Waldeggstrasse im Liebefeld wird im April 2025 auf dem Abschnitt zwischen dem Bahnübergang und der Einmündung in die Könizstrasse saniert. Dabei wird ein neuartiger Belag eingebaut, der sich deutlich weniger erhitzt als herkömmlicher Belag. Auf einem Teilstück wird zudem ein Belag getestet, der Bitumen ohne Erdöl enthält. Die neuen Beläge sind lärmmindernd. Alles in allem bringt das Pilotprojekt mehr Lebensqualität für die Menschen im Bereich dieses Strassenabschnitts und Köniz übernimmt eine Pionierrolle im Umgang mit neuen Materialien und Technologien.
Auf schwarzen Asphaltoberflächen können vorab im Sommer beträchtliche Temperaturen entstehen, was namentlich in Städten und Agglomerationen zu eigentlichen Hitzeinseln führt. Dieser Effekt kann mit sogenannten «kühlen» Strassenbelägen eingedämmt werden. Die Gemeinde Köniz wird einen Teil des Deckbelags der Waldeggstrasse im Liebefeld durch einen solchen Belag ersetzen und dessen Wirkung prüfen. Dies im Rahmen der Werterhaltsarbeiten. Der Belag enthält helleres Gestein als herkömmliche Belagsmischungen. Dadurch erhitzt sich die Oberfläche um über 6 Grad weniger, wie sich in Tests im Auftrag des Bundesamts für Umwelt und des Bundesamts für Strassen gezeigt hat.
Pionierarbeit für mehr Lebensqualität
Konkret wird auf zwei Teilstücken der Waldeggstrasse ein kühler Deckbelag eingebaut. Auf dem einen Teilstück wird ein Produkt mit hellem Gestein aus Frankreich verwendet, wie es schon in den Tests des Bundes zum Einsatz kam. Auf dem anderen Teilstück wird auf Verlangen der Gemeinde Köniz erstmals ein Belag mit hellem Gestein aus der Schweiz verwendet. Im Rahmen des Pilotprojekts können so die beiden hellen Beläge miteinander verglichen werden. Das Monitoring übernimmt das Ingenieurbüro Grolimund + Partner AG aus Liebefeld, das bereits die Tests des Bundes mit kühlen Belägen betreut hatte.
Eingebaut wird der Strassenbelag von der Berner Baufirma Weibel AG. Sie arbeitet mit der Firma B2Square zusammen, die sogenanntes «Bio-Bitumen» produziert. Dabei wird anstelle des üblichen, auf Erdöl basierenden Bitumens ein Bindemittel verwendet, bei dessen Herstellung ein Extrakt aus Cashewnuss-Schalen zum Einsatz kommt. Damit kann das durch die Pflanze aus der Atmosphäre gebundene CO2 im Belag gespeichert werden. Weitere technische Vorteile sind eine kalte Lieferkette, Absenkung der Verarbeitungstemperatur und gemäss ersten Erfahrungen eine längere Lebensdauer des Strassenbelags. Köniz wird auf einem weiteren Teilstück der Waldeggstrasse einen Belag mit solchem Bitumen einbauen, um damit Erfahrungen zu sammeln.
Alle Beläge sind so beschaffen, dass sie lärmmindernd wirken. Insgesamt bringt die Sanierung mehr Lebensqualität dank weniger Hitzeabstrahlung und besserer Umweltbilanz. Mit dem Pilotprojekt nimmt Köniz eine Pionierrolle ein im Umgang mit neuen Materialien und Technologien, die auch einen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele leisten können.
Auskunftspersonen
Christian Burren, Vorsteher Direktion Planung und Verkehr, 078 892 94 82
Daniel Matti, Leiter Abteilung Verkehr und Unterhalt, 031 970 95 60
Weitere Informationen
Pilotprojekt Waldeggstrasse
Faktenblatt «Kühle» Strassenbeläge und «Bio-Bitumen» [pdf, 428 KB]
Forschungsprojekt «Kühle Strassenbeläge» (Website des National Centre for Climate Services»)
Bilder zum Download
Bio-Bitumen Waldeggstrasse [jpg, 2.6 MB]
Bio-Bitumen Waldeggstrasse Hochformat [jpg, 1.5 MB]
Zwei von drei Schichten des Strassenbelags wurden mit Bio-Bitumen hergestellt (Trag- und Binderschicht)
Bio-Bitumen Waldeggstrasse Nahaufnahme [jpg, 2.4 MB]
Kein sichtbarer Unterschied mit oder ohne Bio: der frisch eingebrachte Strassenbelag. Dessen Trag- und Binderschicht wurden mit Bio-Asphalt hergestellt.
Heller Belag Waldeggstrasse [jpg, 1.8 MB]
Nach einem Schleifvorgang kommt das helle Gestein des Strassenbelags zum Vorschein.
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Mit einer Schleifmaschine wird der neue Belag bearbeitet, damit der helle Stein zum Vorschein kommt
Heller Belag Waldeggstrasse Bauarbeiten [jpg, 1.8 MB]
Sorgfältiges Abschleifen bis an den Strassenrand.