Bevölkerungsbefragung: Köniz ist lebenswerter Wohn- und Arbeitsort, aber mit Raum für Verbesserung
09.05.2025 – Wie zufrieden ist die Bevölkerung und was sind ihre Bedürfnisse? Die Ergebnisse der aktuellen Bevölkerungsbefragung sind grösstenteils positiv; man lebt, verweilt und arbeitet gerne in der viertgrössten bernischen Gemeinde, angesiedelt zwischen Stadt und Land. Die Befragung zeigt aber auch Potential für Verbesserungen aus Sicht der Bevölkerung auf und gibt spezifischen Gruppen das Wort, deren Perspektive oft nicht gehört wird. Die Erkenntnisse dienen zur Orientierung für die künftige Ausgestaltung von Köniz.
An der Befragung, die auch in leichter Sprache angeboten wurde, haben sich fast 800 Personen beteiligt. Zudem fanden drei spezifische Formate statt, um auch Gruppen eine Beteiligung zu ermöglichen, die mit einer standardisierten Befragung nur schwer erreicht werden können. Namentlich waren dies Kinder, Jugendliche und Personen mit Migrationshintergrund.
Die Stärken von Köniz: Wohnen, Lage, Natur und Freizeit
Die Befragten äussern sich mehrheitlich positiv über ihre Gemeinde und schätzen Köniz besonders für das Wohnangebot, die gute Lage, den Zugang zur Natur, die Mobilität und die zahlreichen Freizeitangebote. Die Menschen leben, arbeiten und verweilen gerne in Köniz. Konkret gefallen ihnen die Vielfalt der Ortsteile, die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr, die Natur, Landschaft und Umgebung, die Nähe zur Stadt Bern und die unterschiedlichen Einkaufsmöglichkeiten.
Abgefragt wurde auch die Zufriedenheit in Bereichen, die im Alltag besonders wichtig sind. Dabei kristallisierten sich sieben Themen heraus, die für die Befragten besonders wichtig sind, aber bei denen sie Potential für Verbesserungen orten: Bezahlbarer und passender Wohnraum, Landschaftsschutz und Biodiversität, kundenorientierte Verwaltung, Einbezug der Bevölkerung, Sicherheit im Verkehr, Angebote für Kinder und Jugendliche, Angebot an speziellen Dienstleistungen.
Vorschläge für Verbesserungen
In der offenen Frage nach konkreten Verbesserungsvorschlägen für Köniz nennen die Befragten neben den bereits erwähnten kritisch bewerteten Punkten den Ausbau des Entsorgungssystems und eine bessere Infrastruktur für alle. Nach der Frage, wo sich die Gemeinde künftig mehr engagieren sollte, um Köniz noch lebenswerter zu machen, wurde am häufigsten genannt: Natur-, Umwelt- und Klimaschutz, Bildung, Gestaltung und Pflege des öffentlichen Raums, öffentlicher Verkehr und Siedlungsentwicklung.
Was ist den Kindern und Jugendlichen in Köniz wichtig?
Kinder in Köniz erleben ihre Quartiere sehr bewusst – sie wissen, wo sie gerne spielen, wo sie sich wohlfühlen und wo es Verbesserungsbedarf gibt. Besonders geschätzt werden naturnahe Orte wie der Waldspielplatz und der Sonnenberg in Niederscherli oder der Wald beim Reservoir in Spiegel. Auch Schulareale mit Fussballplätzen und Spielplätzen sind wichtige Treffpunkte. Die Kinder wünschen sich mehr und altersgerechte Spielgeräte, sichere und gepflegte öffentliche Räume sowie zusätzliche Angebote.
Die Jugendlichen von Köniz haben sich engagiert an der Partizipation beteiligt. Sie wollen ihre Gemeinde aktiv mitgestalten. Sie wünschen sich vielfältig nutzbare Treffpunkte wie den Liebefeldpark oder den Jugendtreff «Köli» mit zusätzlichen Sportangeboten, mobilen Fussballtoren oder Musikinstrumenten. Ein zentrales Thema ist die schulische Infrastruktur, wo defekte Toiletten und fehlende Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten kritisiert wurden. Die kurze Mittagspause wurde ebenfalls thematisiert, da sie es Jugendlichen erschwert, nach Hause zu gehen. Die Jugendlichen wünschen sich bessere Busverbindungen, mehr Platz und eine Ausweitung des Liniennetzes, insbesondere in Randlagen und abends. Junge Frauen äusserten Bedenken bezüglich ihrer Sicherheit an bestimmten Orten, wie der Liebefeldstrasse.
Die Bevölkerung mit Migrationshintergrund betont die hohe Lebensqualität in Köniz und hebt insbesondere Begegnungsräume wie den Liebefeldpark als wichtige Orte für Integration hervor. Zudem wünscht sie sich eine Integrationspolitik, die durch klare Strukturen und verbindliche Angebote Orientierung gibt. Nur so könne langfristig Mitwirkung und Identifikation mit der Gemeinde gelingen.
Kompass für die weitere Ausgestaltung von Köniz
Der Gemeinderat hat von den Ergebnissen der Bevölkerungsbefragung Kenntnis genommen. Die Rückmeldungen betonen die vielfältigen Herausforderungen einer Gemeinde in der Grösse einer Kleinstadt, wie Köniz sie repräsentiert. Die im Rahmen der Partizipation geteilten Meinungen und Erfahrungen ermöglichen es, die Stärken und Schwächen von Köniz noch klarer zu identifizieren und Verbesserungen aktiv anzugehen.
Die Ergebnisse der Befragung dienen dem Gemeinderat als Kompass für die weitere Gestaltung von Köniz. Anstehende Projekte und Entscheidungen können dadurch noch besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt werden. Die Ergebnisse werden ausserdem bei der Erarbeitung des neuen Leitbilds und des Legislaturplans 2026–2029 einfliessen.
Ergebnisbericht
Zusammenfassung Ergebnisbericht Partizipation K wie Köniz [pdf, 1.3 MB]
Ergebnisbericht Partizipation K wie Köniz [pdf, 260 KB]
Auskunftsperson
Tanja Bauer, Gemeindepräsidentin, 079 203 27 20
K wie Köniz. Gemeinsam die Zukunft gestalten
Die Umfrage «K wie Köniz. Gemeinsam die Zukunft gestalten» wurde auf der Plattform impulsköniz.ch zwischen Anfang Dezember 2024 und Ende Januar 2025 durchgeführt. Es konnten auch Interessierte teilnehmen, die nicht in Köniz wohnen. Insgesamt haben 769 Personen den Online-Fragebogen ausgefüllt, davon 16 Personen in einer Version in einfacher Sprache. Die Teilnehmenden konnten sich zu 25 ausgewählten Themenbereichen äussern. Sie lassen sich nach verschiedenen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Haushaltsgrösse, Arbeitsort, Brutto-Haushaltseinkommen, Staatsangehörigkeit, Mitgliedschaft in einem Verein, Dauer des Wohnsitzes in Köniz oder Zugehörigkeitsgefühl kategorisieren. Die Online-Umfrage war Teil einer umfassenderen Partizipation. In Vertiefungsworkshops wurden einzelne Zielgruppen zu spezifischen Themen befragt und um Ideen für Köniz gefragt. Die Partizipation wurde gemeinsam mit Interface Politikstudien entwickelt und durchgeführt.