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Passerelle Niederwangen

Ein neuer Weg von der S-Bahn-Haltestelle Niederwangen zu den neuen Arbeitsplätzen im Juch-Hallmatt: Die Gemeinde Köniz hat im ersten Halbjahr 2024 dazu einen offenen Projektwettbewerb durchgeführt. Das von der Jury bestimmte Resultat besticht durch seine Nachhaltigkeit.

Visualisierung der neuen Passerelle Niederwangen
Visualisierung der Passerelle Niederwangen

Die heutige Fusswegverbindung von der S-Bahn-Haltestelle Niederwangen ins Areal Juch-Hallmatt genügt den künftigen Anforderungen nicht. Dort werden ab 2028 im neuen kantonalen Polizeizentrum Bern rund 1400 Menschen arbeiten. Weitere Bauten für Gewerbe und Dienstleistungsnutzungen sind vorgesehen. Daher plant die Gemeinde eine neue Passerelle, um die S-Bahn-Haltestelle und das Entwicklungsgebiet zu verbinden. 

Die Passerelle soll die heutige und künftige Nachfrage der Fussverkehrsquerungen abdecken. Sie muss die mehrspurige Eisenbahnlinie und die Autobahn queren und gleichzeitig eine möglichst hohe gestalterische Qualität bieten, um so trotz der Herausforderungen des stark von Verkehrsinfrastrukturen belasteten Standortes zu einer Aufwertung des Ortes beizutragen.

Lage

In Niederwangen entstehen im Gebiet Juch-Hallmatt zahlreiche Arbeitsplätze, unter anderem im neuen kantonalen Polizeizentrum sowie in weiteren Gewerbe- und Dienstleistungsbetrieben. Die Gemeinde Köniz will deshalb eine sichere und direkte Fusswegverbindung vom Areal zur S-Bahn-Haltestelle Niederwangen realisieren. Die heutige Verbindung genügt den künftigen Anforderungen an die Kapazität und Attraktivität nicht.

Eine Studie der Gemeinde Köniz hat gezeigt, dass die beste Lösung eine neue Brücke von der S-Bahn-Haltestelle über die Bahnlinie und die Autobahn Richtung Juch-Hallmatt darstellt.

Das Projekt

Das Projekt «green_screen_red_line» verpflichtet sich, so urteilt die Wettbewerbsjury, der grösstmöglichen Rationalität und Nachhaltigkeit: Die Passerelle quert die Bahnlinie und Autobahn rechtwinklig und schafft damit die kürzest mögliche Brückenkonstruktion. Auf Seite des Bahnhofs sind Lift und Treppe in einer wandartigen Stahlkonstruktion untergebracht, die mit Kletterpflanzen berankt wird: dem «green screen».

Horizontal sind die Träger der Fussverkehrsbrücke unter anderem mit einem rot eingefärbten Blech verbunden: der «red line». Auf der gegenüberliegenden Seite endet die Passerelle mittig im Hang. Verschiedene Wege führen mit Treppen und Rampen einerseits hinauf zur Riedmoosstrasse, andererseits unter der Brücke hinab in Richtung neues Polizeizentrum. 

Das Sieger-Projekt «green screen red line» wurde durch folgendes Team eingereicht: Bauingenieurswesen: Dr. Deuring + Oehninger AG, Winterthur (Bastian Leu, Federführung); Architektur: lustig architekten eth, St. Gallen (Sandro Lussmann, Gian-Carlo Tibolla); Landschaftsarchitektur: parbat Landschaftsarchitektur GmbH, St. Gallen (Martin Inauen); Lichtplanung: marc uebersax GmbH, St. Gallen (Marc Uebersax). 

Planungsstand 

Das Parlament bewilligte am 16. September 2024 einen Kredit für die Projektierung. Damit wird auf Basis der Wettbewerbseingabe ein Bauprojekt erarbeitet.

Auf Grundlage des Bauprojekts wird dem Parlament und anschliessend der Bevölkerung ein Kredit zur Realisierung der Passerelle beantragt. Dies wird voraussichtlich Ende 2025 (Parlament) bzw. im Frühjahr 2026 (Volksabstimmung) der Fall sein. Parallel wird das Baubewilligungsverfahren eingeleitet.

Vorausgesetzt, dass Parlament und Bevölkerung dem Realisierungskredit zustimmen und die Baubewilligung vorliegt, kann die Passerelle voraussichtlich ab 2026/2027 gebaut werden.

Kosten

Im Rahmen der bisherigen Studien wurden die Gesamtkosten auf rund 12 Millionen Franken geschätzt. Kostentreiber sind die engen Platzverhältnisse (Bahntrassee, Autobahn, Hang), die grossen Spannweiten der Brückenelemente zur Überquerung der bestehenden Infrastrukturen sowie die statischen Anforderungen.

Die Kosten werden im Rahmen der Erarbeitung des Bauprojekts überprüft und anschliessend wird ein Kostenvoranschlag mit einer Genauigkeit von +/- 10 Prozent (Basis Bauprojekt) erstellt. Diese Zahlen werden voraussichtlich 2026 vorliegen.

Der Bund und der Kanton werden sich an den Kosten massgeblich beteiligen: Die Passerelle Niederwangen wurde vom Bundesrat mit Priorität A in das Agglomerationsprogramm aufgenommen und der Kanton hat den Rahmenkredit für seine Mitfinanzierung bereits beschlossen.

Dokumente / Downloads

Medienmitteilungen

Medienmitteilung vom 29. August 2024

Jurybericht

Jurybericht zum Projektwettbewerb Passerelle Niederwangen [pdf, 74.7 MB]

Wettbewerbsunterlagen

Parlamentsunterlagen

Kontakt

Abteilung Verkehr und Unterhalt